SelbstHeilung.me

Selbstheilung ist Versöhnung mit sich selbst

schau an 30 04 2018

Der Herr vom andern Stern

Der Film beginnt mit folgenden Worten: „Es war einmal ein Mann, der hieß Aldebaran und lebte auf einem anderen Stern. Eines Tages machte er eine Vergnügungsreise durch das Weltall und landete auf der Erde. Er war anders als die Erdbewohner und sie wünschten, ihn wieder los zu sein. Aldebaran wäre auch gleich wieder abgereist, wenn er sich nicht Hals über Kopf in ein hübsches Mädchen verliebt hätte. Aber dieses Mädchen hatte der außergewöhnlichen Fähigkeiten Aldebarans wegen große Angst um ihn und er versuchte nun so zu sein, wie alle anderen. Jetzt ging es rasch mit ihm bergab und er fürchtete, nie mehr die Erde verlassen zu können. Dem Mädchen brach das Herz darüber. Aber es liebte ihn mehr wie sich selbst und gab ihn wieder frei. Da wurde er gleich wieder der Alte und reiste spornstreichs zurück auf seinen Stern. Die Geschichte von Aldebaran ist uralt und wahr, und passiert auch immer wieder.“

Genre: Komödie/Sci-Fi
Erscheinung: 13. Juli 1948 (Ersterscheinung)
Regie: Heinz Hilpert
Musik: Werner Egk
Autor: Werner Illing
Produzent: Heinz Rühmann, Alf Teichs

Ganzer Film – Ab Minute 1:28:35 folgen Szenen-Ausschnitte
Interpretation:

Der Außerirdische Aldebaran (Heinz Rühmann) stürzt auf der Erde ab. Achte mal darauf, wo genau er bei Min. 2:58 abstürzt. Er fliegt am Nordpol rein, da befindet sich eine Landmasse. Das ist doch merkwürdig.

Die irdischen Bürokraten haben Angst vor ihm und halten ihn unter Beobachtung, weil er außerirdische Kräfte zu haben scheint. Auf dem Amt trifft Aldebaran auf die junge Flora (Anneliese Römer), die ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Die beiden verlieben sich ineinander und statt der zweistündigen Pause, bleibt er bei ihr auf der Erde. Das sich verlieben ist ein Hinweis auf das Gefangensein in der körperlichen Liebe, als Ersatzbefriedigung für die nicht vorhandene aber sehnsüchtig verlangte Vereinigung zwischen Psyche und Geist bzw. zwischen dem männlichen und weiblichen Aspekt in uns. Das Verliebt sein bekommt dem Außerirdischen aber gar nicht gut.

Interessant ist die Wahl der Zahl 17. Ein Beamter, der Kanzleirat (Rudolf Vogel) bittet einen Gehilfen, die Siebzehn (Bruno Hübner) um Rat und Hilfe den unbändigen zu bändigen. Die 17 ist ein Hinweis auf die 72 Engel aus der Kabbalah, der Leaviah oder Lanoiah (hebr. Leo, Löwe, Herrscher) genannt wird. Das ist auch einer der 22 Engel, die mit besonderen Kräften ausgestattet sein sollen. Seine Aufgabe besteht darin das Ego zu zerstören, das sich durch den freien Willen und der freien individuellen Entfaltung der Menschen ausdrückt. Der 17. Engel ist eingeordnet in der Hierarchie der Throne und gehört in die dritte Eruption der Schöpfungslehre der Kabbalah, also zu Binah als Intelligenz und Kopfdenken. Binah steht für den Saturn und der Saturn steht für Satan. Dem Saturn ordnet sich alles in dieser Matrix unter.

Die Aufgabe des 17. Engels ist es, die Menschen gleich zu machen, indem er das Ego (freier Wille) zerstört. Individuelle Spinnereien sollen unterbunden werden. Die Herrschaft kann Individualisten, die sich einfach die Freiheit nehmen, nicht gebrauchen. Sie werden als Staatsfeinde bezeichnet. Das ist nicht nur hier auf der Erde so. Ganz besonders in den feinstofflichen Welten ist es so, dass sich alles hierarchisch einordnet. Nur auf der Erde, mit dem freien Willen und dem Ego ist es möglich, etwas zu sein, was man nicht ist.

Es geht hierbei ganz deutlich um die Geschäftswerdung der Welt, mithilfe der Fiktion der Person, die den Menschen zur Handelsware macht. Denn der Mensch ist nicht die Person, sondern er hat eine Person, mit der er sich identifizieren kann, aber nicht muss.

Aldebaran wird durch Flora als weißer Rabe bezeichnet. Der weiße Rabe ist das umgedrehte Sinnbild des schwarzen Schafes, was ein Unglücksrabe ist. So ist der weiße Rabe eine bedrohliche Ausnahme zwischen den Unglücksraben. Wenn sich alle Menschen in ihrem Sein als Unglücksraben (dämonenhaftes Sein) gut und richtig fühlen, wird der weiße Rabe als Bedrohung empfunden. Er könnte ja das dämonenhafte Sein der Unglücksraben ans Licht bringen.

In Ostafrika werden Albinos als Glücksbringer betrachtet, deshalb getötet und ihr Fleisch als Glücksbringer verzehrt. Sie werden also trotzdem getötet. Ein weißer Rabe hat zwischen den schwarzen Raben keine Existenzberechtigung. Der Brauch, die Glücksbringer zu töten ist nicht zufällig in die Welt gekommen. Es folgt dem Prinzip Binah. In diesem Prinzip muss alles das geopfert werden, das der Geschäftswerdung entgegenspricht. Der Albino, der am Leben gelassen werden würde, wäre eine Bedrohung für die gegenwärtige Herrschaft. Die Menschen würden ihn als gottgleich verehren und sich vom gegenwärtigen Herrscher abwenden. Deshalb muss er geopfert werden.

Der Staat hat alle im Blick, die etwas Besonderes sind, die vielleicht besondere Fähigkeiten haben. Mitunter provoziert er diese dazu, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, um sie festsetzen zu können und ihre Wirkung in die Gesellschaft unterbinden zu können. Auf die schiefe Bahn geraten die Menschen durch die Verführung nach Besitz, Stolz, Macht, Ansehen usw.

Am Spieltisch wird Aldebaran vorgeführt als geistige Natur, an dem die Menschen sehen können, wie weit sie es als Mensch bringen könnten. Er wird dazu gebracht einen wertvollen Diamantring zu vervielfachen. Doch der Mensch versteht die Qualität dahinter nicht. Er hat nur Fressen, Saufen und Lieben im Kopf. Und Fresse einschlagen, fügt Aldebaran hinzu und sorgt für die Zerstörung des Untergrundlokals.

Der Aufpasser, die 17 steht verkleidet vor der Tür. Das ist ein Hinweis auf die Engel, die als tausend verschiedene Namen (Avatare) erscheinen können. Du weißt nie, wen du wirklich an der Channeling-Leitung kontaktierst.

Gerd Fröbe spielt in der 38. Minute eine seiner ersten Film-Rollen, hier einen Diener. Er unterhält sich mit einem Diener-Kollegen über die seltsamen Handbewegungen, die durch die Obrigkeit getan werden. Das sind Hinweise auf okkulte Symbole, die in Ritualen als Geheimsprache zur Kommunikation untereinander Verwendung finden, aber auch um damit in die Astralebene hinein zu kommunizieren. Und auf der Bühne dreht sich die tanzende Shiva.

Die Zeitungsleser pfeifen auf die Wirklichkeit, die glauben nur das Unglaubliche. Das ist ein Hinweis auf die Leichtigkeit der Massenmanipulation durch die Presse, dem Menschen eine Sichtweise zu liefern, die sie nur übernehmen müssen. Den Menschen könne man jeden Dreck als ein Schatz verkaufen.

Der Minister (Peter Pasetti) sagt zu Aldebaran: „Sie begreifen doch wohl, dass auch die Narrenfreiheit ihre Grenzen hat. Oder glauben sie, sie könnten mit zwei Fingern schnipsen und ich sei verschwunden, so wie es ihnen beliebt?“ Aldebaran antwortet: „Das ginge schon, aber wozu? Es käme doch nichts Besseres an ihre Stelle.“ Das ist ein sehr schöner Hinweis darauf, dass ein Staat die Politik bekommt, die der Staat in der Summe der Menschen die da sind verdient, solange die Menschen so sind, wie sie sind.

Jeanette (Hilde Hildebrand) verkörpert den Schauspieler im Menschen. Jeder spielt seine eigene Rolle. Jede Rolle hat ihre eigene Dramatik und jede Dramatik ist eine eigene Story. Aber eine Story ist immer nur eine Illusion. Sie zeigt, wie bewusst es ihr ist, dass alle ihre Rollen-Partner ihretwegen in den Tod gegangen seien. Wie grausam!. Auf ihre Frage, wie er sie finden würde, antwortet Aldebaran: „Ich glaube, sie sind ein armes Würstchen.“ Und ihre ganze künstliche Fassade bricht zusammen. Aldebaran berichtet Flora gegenüber von einem großen Kindergarten, dem er in der feinen Gesellschaft begegnet war.

Aufgrund des Verlieb Seins verliert Aldebaran seine besonderen Fähigkeiten. Das bemerkt er auf einem Jahrmarkt, als er sich bei einer Vorführung nicht mehr konzentrieren kann. Das ist ein Hinweis auf den Jahrmarkt selbst, nicht auf die Verliebtheit. Wer sich in den Jahrmarkt der Welt begibt, befindet sich nicht zuhause. Er ist sozusagen außer sich oder nicht bei sich. Er ist nicht bei sich und seinen Kräften.

So befürchtet Aldebaran, nie wieder von der Erde weg kommen zu können. Das wiederum symbolisiert das Gefangensein in der Wiedergeburt in Ewigkeit, wenn wir uns im Jahrmarkt der Welt verwursten lassen. Wenn wir dem Glauben verfallen, einen Wert zu haben, der sich in Geld ausdrücken lässt, sind wir als Schöpferwesen verloren.

Die 17 drängt sich Flora auf, um ihr seine Karte (Kontaktdaten) zu geben und fragt sie: „Finden sie das gut, nach den Sternen zu greifen?“ Das passt sehr gut zum 17. Engel, als Schutzengel und Aufpasser, darauf zu achten, dass die Menschen nicht von ihrem gewählten Lebensweg (Seelenvertrag) abkommen.

Aldebaran wird es bewusst, dass er nicht auf der Erde bleiben kann. Würde er bleiben, wäre auch er verloren. Das erkennt Flora nun auch und sie lässt von ihren Absichten, ihn für sich allein besitzen zu wollen ab. Sie beginnt ihn loszulassen. Ein sehr schöner Hinweist darauf, dass wir uns niemals besitzen können. Wir sind alle immer auf einem Weg. Wir begegnen uns und gehen wieder unserer Wege.

Die 17 unterhält sich mit dem Minister darüber, dass man niemanden festnehmen könne, bevor er eine Tat begangen hat. Dafür müsste erst noch ein Gesetz geschaffen werden. Das ist ein Hinweis auf den Trieb des Menschen, in anderen Menschen eine Bedrohung zu sehen, die gar nicht da ist, aber geschehen könnte. Kurz vor dem Dreh des Filmes war der 2. Weltkrieg beendet worden, in dem man viele Menschen vorsorglich inhaftiert und verurteilt hatte. Da es solch ein Gesetz nicht gibt, muss Aldebaran dazu gebracht werden, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Es folgt die Verwicklung in eine politische Bewegung, die geplant zur Verhaftung führen soll. Wundervoll mit anzusehen, wie ein Mensch in die Politik verführt wird. Er muss nur die Rolle gut genug spielen können. Die Menschen suchen sich immer wieder Sündenböcke, die sie zur Erlangung ihrer eigenen Begehrlichkeiten vorzuschieben können.

Aldebaran wird zu einer politischen Rede vor Parteianhängern gezwungen, die mich an Charlie Chaplins Schlussrede in Der große Diktator erinnert, der vor dem 2. Weltkrieg gedreht wurde. Wir müssen leider erkennen, dass die Menschen viel lieber die schwarzen Raben bleiben wollen und viel lieber in ihrem Unglück versinken wollen. Dafür sorgt ja nicht nur der 17., sondern auch die anderen 71 Schutzengel.

Es folgt eine Szenerie, wie Soldaten sich wie Hampelmänner bewegen. Sie folgen völlig unsinnigen Anweisungen und gehorchen zirkusgleich einer Hundepfeife und Befehlen eines Dompteurs.

Als Aldebaran den General (Otto Wernicke) verarztet, werden die wahren menschlichen Bedürfnisse offenbar, indem er sich nicht nach Drill in der Kaserne sehnt, auch nicht als General. Da helfen keine Rezepte und Mittelchen. Das ist alles Unsinn. Was der General braucht, ist Ruhe, ein kleines Häuschen im Grünen, mit einem kleinen Gärtchen, mit einem Seechen zum Angeln, kein Kasernchen. Sie wissen ja, wenn sie andere anbrüllen oder sich anbrüllen lassen, in beiden Fällen kann man nicht gesund bleiben. Der General antwortet: „Ja, dann kann ich endlich wieder Mensch sein.“

Es folgt eine Szene bei einem Militär, der die Militärindustrie repräsentiert. Diese lebt bekanntlich von der Umsetzung immer ausgefeilterer Methoden, Menschen human sterben zu lassen. Also ohne dass sich der Anwender damit eine Schuld auflädt.

Aldebaran kommt zu Flora nachhause, wo auch ihr Freund zugegen ist. Sie erkennen, dass Aldebaran sich selbst und andere nicht glücklich damit macht, wenn er weiterhin den weißen Raben gibt. Er kann nicht mehr weg, kann aber auch nicht bleiben. Das ist ein sehr schöner Hinweis auf unser aller Gefangensein, hier in dieser Matrix. Denn wir sind alle zusammengewürfelte Sternenkinder, die solange nicht mehr wegkommen können, bis ihnen ihre wahren Kräfte wieder bewusst werden. Dazu muss man sich aus seiner Identifikation lösen, ein Erdenbewohner zu sein.

Flora bittet den 17. Schutzengel um Unterstützung, Aldebaran in Haft zu bringen. Denn Aldebaran behauptet ein Attentat auf den General zu planen, um in Haft zu kommen. Das kommt dem Schutzengel sehr entgegen. Aber in der Haft hat er dann endlich die ersehnten zwei Stunden Ruhe, um sich auf seinen Stern verdünnisieren zu können.

Ein zeitloses Meisterwerk.

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