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schau an 29 04 2018

Moderne Zeiten

Die Menschheit auf der Suche nach dem Glück

Moderne Zeiten (Originaltitel: Modern Times) ist ein von Charlie Chaplin in den Jahren 1933 bis 1936 geschaffener US-amerikanischer Spielfilm, der am 5. Februar 1936 in Italien uraufgeführt wurde. Inhaltlich greift der Film, in dem Chaplin ein weiteres Mal die von ihm kreierte Figur des Tramps (Vagabund) darstellt, den Taylorismus in der Arbeitswelt sowie die Massenarbeitslosigkeit infolge der Weltwirtschaftskrise auf. Es wird zwar mit akustischen Elementen gearbeitet, er setzt aber dennoch im Wesentlichen die Tradition des Stummfilms fort.

Genre: Drama/Liebesfilm
Erscheinung: 18. Dezember 1936 (Italien)
Regie: Charlie Chaplin
Musik: Charlie Chaplin
Drehbuch: Charlie Chaplin

Ganzer Film (engl.); hier der ganze Film in deutsch
Interpretation:

Moderne Zeiten ist wahrlich ein grandioser Film, der vielleicht erst beim zweiten oder dritten Anschauen offenbart, welche Tiefgründigkeit in ihm verborgen ist. Chaplin spielt hier einen Tramp bzw. Vagabunden, der auf unterschiedlichste Weise versucht richtig zu sein. Er versucht sich in die neu aufkommende Industrialisierung mit einzubringen, doch scheitert er immer wieder. Er versinkt im Gewirr der Fließbänder und Zahnräder, bis er am Ende erwacht und feststellt, dass er nur glücklich werden kann, wenn er aus dieser Welt der Illusionen aussteigt.

Der Film beginnt mit dem Bild einer Uhr, die anzeigt, wie die Zeit verrinnt. Man gewinnt den Eindruck, bereits beim Erblicken der Uhr die Zeit zu verlieren. Dann sehen wir Präsident of Electro Steel (Al Ernest Garcia), der mit seiner Zeit wohl nichts anzufangen weiß und deshalb puzzeln muss. Er bekommt ein Glas Wasser und seine Pillen gereicht, die er wahrscheinlich zu einer bestimmten Uhrzeit einnehmen soll. Ohne Drogen geht es wohl nicht. Dann dreht sich der Präsident um, schaltet einen Monitor ein, der ihm Bilder aus seinen Fabrikhallen zeigt, um den Arbeitern dann zu sagen, dass die Fließbänder zu langsam laufen.

Tramp (Chaplin) arbeitet an einem Fließband, das nun viel zu schnell läuft. Er gerät in den Sog des Arbeitsrhythmus und wird selbst zu einem mechanischen Teil, das nur noch funktioniert.

Moderne Zeiten ist oft reich geschmückt mit Maschinen, Riesigen Zahnradgetrieben, Fabrikhallen und Fließbändern, die es so in dieser Form sicher nie gegeben hat. Natürlich hat Chaplin viele Bauten, wie auch viele Maschinen, extra für den Film anfertigen lassen.

Seine damalige Lebensgefährtin, Paulette Goddard, spielt in Moderne Zeiten eine Obdachlose, die beim Stehlen erwischt aber durch Tramp beschützt wird. Er erklärt der Polizei, dass er der Dieb gewesen sei. So kommt er ins Gefängnis, wo er anscheinend auch nicht so richtig mit den Dingen umzugehen versteht. Nach einem unfreiwilligen Drogenkonsum verhilft er seinen Gefängniswärtern einen Ausbruchversuch von Gefangenen zu vereiteln. Obwohl er gerne noch geblieben wäre, wird er daraufhin wieder freigelassen.

Er sucht sich neue Arbeit, kommt wieder in Konflikt mit der Polizei, bis schließlich alle denkbaren Optionen ausgereizt scheinen. Da überrascht ihn seine Bekannte, die Obdachlose, mit ihrer Anstellung als Tänzerin in einem Tanzlokal. Sie überredet ihn, sich auch dort um eine Anstellung zu bemühen. Schließlich stellt er sich vor den Gästen auf und bringt eine Tanz- und Gesangsshow aufs Parkett, worauf er fest angestellt wird.

Der Film zeigt die Absurdität der Verhältnisse auf, die sich zwischen den immer schneller laufenden Fließbändern und der sinkenden Lebensqualität der Menschen durch Massenarbeitslosigkeit und immer neuen wirtschaftlichen Krisen offenbaren. Aber die Menschen konnten seine Botschaft, die sich ihnen durch diesen Film mitteilen wollte, noch nicht verstehen. Sie waren gefangen in der Vorstellung, dass sie nur gut genug arbeiten müssten, dann könnten sie sich die Dinge kaufen, die sie begehrten. Da die Menschen das Getöse aus Konsumrausch, Produktion und Gewinnmaximierung nicht durchschauen konnten, liefen die Dinge, wie sie laufen mussten.

Das Wachstum der Wirtschaft fraß das Bewusstsein der Menschen auf. Immer neue Verlockungen, in Form von wirtschaftlichen und technischen Neuerungen und Erfindungen ließen es nicht zu, dass die Menschen die Dinge durchschauen konnten. Aber die Industriellen wussten genau, was sie taten.

Als der Film in der Planung war, Anfang der 30er Jahre, war die ganze zivilisierte Welt, ob der Industrialisierung in einen Sog aus Selbstzweifel geraten. Nicht nur in Italien und im Deutschen Reich gab es große Bewegungen die Arbeiter aus ihren Zwängen herauszuholen. Arbeiterbewegungen gab es auch in Großbritannien, Frankreich und vor allem in den USA.

Chaplin suchte nach einem Ort, wo er seinen Film aufführen konnte. Warum hatte er seinen Film ausgerechnet im faschistischen Italien unter dem bösen Diktator Mussolini uraufführen können? Da stimmt doch etwas nicht. War Mussolini damals so einer, wie ein Muammar al-Gaddafi, den man am 20.10.2011 in Libyen gepfählt und damit beseitigt hatte? Mussolini wurde schließlich auch durch einen aufgebrachten Straßenmob an einer Laterne kopfüber aufgehängt. Kopfüber gilt seit der Petrus Kreuzigung als Kreuz des Südens und symbolisiert die Verspottung und Ablehnung des Christus, als den Namen des Messias. Komisch, es werden immer diejenigen als böse bezeichnet, die man beseitigen möchte.

An dieser Stelle möchte ich dich als Leser um einen Augenblick der inneren Einkehr bitten. Wer ist in deinen Augen böse? Wen müsste man deiner Ansicht nach beseitigen? Wenn dieser beseitigt sein würde, wäre die Welt dann eine bessere? Mit Nichten oder? In Wahrheit muss kein einziger Mensch beseitigt werden.

Das Interesse des Industriellen war es, eine Belegschaft zu haben, die nicht nur zur Arbeit kommen möchte, sondern die zur Arbeit kommen muss. Der Verlust durch Ausfall von Mitarbeitern konnte nur dadurch ersetzt werden, wenn es genug Menschen gab, die davor geängstigt waren, keine Arbeit zu haben. Es wurde das Paradigma des schlechten Menschen ohne Arbeit in die Welt gesetzt, das sich bis heute sehr hartnäckig hält.

Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren, weshalb Chaplin Italien auswählte. Aber vielleicht war es der um sich greifende Fordismus (Blick in die Ford-Werke) der es ihm bewusst machte, dass mit den Industriellen der damaligen Zeit nicht zu spaßen war. Sicher war es ihm als gebürtiger Engländer durchaus klar, dass er sich mit der Elite anlegen würde. So zog er Italien als Uraufführungsstätte von „Modern Times“ vor und später zog er auch die neutrale Schweiz als seine Wahlheimat vor England oder den USA vor.

Nichts ist wie es scheint. Die Menschen tun was sie glauben tun zu müssen und wenn es ihr Leben kostet.

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